Die Lobbyparty der Automobilkonzerne crashen – Klimagerechtigkeit statt Greenwashing

Aufruf von Kesselbambule - Aktionsbündnis Stuttgarter Klimaaktivist*innen

Stuttgart ist berühmt für seine Staus, den Feinstaub und die Automobilindustrie. In Baden-Württemberg spielt der Verkehrssektor eine besonders unrühmliche Rolle als Befeuerer der Klimakrise: Fast 30% der Treibhausgasemissionen stammen aus dem Verkehrssektor, insgesamt verbraucht dieser Bereich trotz technischem Fortschritt mehr Energie als 1990 und die stammt nach wie vor großteils aus fossilen Energieträgern.*

Wir rasen auf eine 4-6 °C heißere Welt zu - um Treibhausgasemissionen effektiv zu reduzieren, brauchen wir einen grundsätzlichen Systemwandel. Nicht nur im Bereich der Mobilität. Trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse befasst sich die Automobilindustrie vor allem mit der Frage, ob denn in Zukunft der Fahrspaß auf der Strecke bleibe: Vom 23.10 bis zum 25.10 treffen sich die Spitzen der Automobilkonzerne im Porsche-Museum zu einer Lobbyparty der ganz besonderen Art: Das Handelsblatt hat "Macher und Strategen" in den feinstaubgeschädigten Stuttgarter Kessel eingeladen. In Zeiten von manipulierten Abgaswerten, der fortschreitenden - und bald nicht mehr aufzuhaltenden Zerstörung - unserer Lebensgrundlagen und einer handlungsunfähigen bis unwilligen Politik ist dies der Gipfel. Wir wurden nicht zur Party eingeladen - kommen werden wir trotzdem!

Als Zusammenschluss Stuttgarter Klimaaktivist*innen rufen wir zur Blockade des Auto-Gipfels am Freitag, den 25.10 auf. Wir fordern: Systemwandel statt Klimawandel! Diese Veranstaltung und die dahinter stehende Industrie sind nicht Teil der Lösung der Klimakrise, sondern Teil des Problems. Wir brauchen jetzt sofort ein konsequentes Umdenken und eine sofortige Verkehrswende.

Elektroautos sind nicht die Antwort auf die Fragen unserer Zeit - bei ihrer Herstellung werden weltweit knappe Ressourcen verbraucht, während sie in Städten weiterhin viel zu viel Raum einnehmen.

Die Automobilindustrie hat kein Interesse an dem Schutz der Umwelt und einer nachhaltigen und gerechten Mobilität, die die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft ermöglicht. Den Konzernen geht es um ihre Profitinteressen und sie scheuen sich hierfür nicht, politische Entscheidungsprozesse zu beeinflussen oder Abgaswerte zu manipulieren.

Die Veranstaltung ist bei einem Ticketpreis von 2600 Euro einem exklusivem Publikum vorbehalten. Wer daran teilnimmt, ist völlig intransparent.

Statt Greenwashing und Scheinlösungen fordern wir echte Lösungen für die Klimakrise: Weg von der kapitalistischen Produktionsweise hin zu einer solidarischen, ökologischen und demokratischen Gesellschaft, in der die Bedürfnisse der Menschen mehr zählen als Konzerngewinne.

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#AllefürsKlima heißt #Stuttgartlahmlegen
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